Bamberg der 50er Jahre Vergrößern

Bamberg der 50er Jahre

Renate Steinhorst
Weißt du noch?
88 Seiten, fest gebunden

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978-3-937924-41-8

11,90 €

Bamberg in den 50ern – ein buntes Kaleidoskop tut sich auf.
Weißt Du noch? Sonntagsspaziergang auf die Altenburg zu Bär Poldi, für den man ein kostbares Ei aufgespart hatte. Sittsamer Kirchgang im handgestrickten, schrecklich kratzigen Kleid – darunter das verhasste Leibchen mit Strapsen, an denen die Strümpfe befestigt waren. Barfuß über heißen Asphalt tänzeln, weil Kinderschuhe nicht zu haben sind. Wohnen in drangvoller Enge und der wöchentliche Badetag in der Küche – in einer schamhaft von einem Vorhang verdeckten Zinkwanne. Mutters schlechte Laune am Waschtag, wenn sie die verschmutzten Teile mühsam auf dem Waschbrett sauber rieb. Stundenlanges Beeren- und Pilzesammeln in den Wäldern der Umgebung, damit es Abwechslung auf dem Speisezettel gab. Unbeschreibliche Gaumenfreuden bei Kirchweihfesten, zu denen die Verwandtschaft einlud. Überfüllte Klassenzimmer und gelegentlich Ohrfeigen von strengen Lehrern. In der Pause und am Nachmittag „Tatzern“, „Versteckeles“ und Völkerball, später ambitionierte Hoola-Hoop-Wettbewerbe.
Die ersten Englisch-Vokabeln „Chocolate“ und „Chewing Gum please“ – erfolgreich angewandt bei der Begegnung mit freundlichen, wohlriechenden US-Soldaten. Wunschkonzert im Radio und die Faszination des ersten Fernsehers. Das erste schicke Kleid zum Tanzstunden-Abschlussball bei Annie-Rössert-Hahn, wo man neben Fox, Walzer und Rumba auch artig Benimm gelernt hatte. Und dann – in unbequemen aber höchst eleganten Stöckelschuhen und schwingendem Rock mit Petticoat darunter schwofen bis zum Morgen im Bootshaus oder im Zentralsaal. Und natürlich: Unschuldiger Augenaufschlag, wenn besorgte Eltern herauszufinden versuchten, ob man etwa auch die verabscheuungswürdige „Negermusik“ hören würde.
Erinnern Sie sich mit uns an Geschichten und Anekdoten aus dem Bamberg der 50er Jahre!